Collage verschiedener Bilder von ZAK-VeranstaltungenZAK

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Montag, 15. Juni 2026
14:00 - 15:30 
Ringvorlesung Wissenschaft in der Gesellschaft: Wissenschaftsjournalismus – zwischen TikTok und peer review
Vortrag
Geb. 30.41 / Chemie-Hörsaal Nr. 2
KIT Campus Süd, Fritz-Haber-Weg 6 …
Prof. Dr. Annette Leßmöllmann, Inga Dreyer M.A., KIT, Department für Wissenschaftskommunikation

Wissenschaftsjournalismus hat heute vielfältige Aufgaben: Er soll einerseits sachlich und verständlich aus der Forschung berichten, so dass auch Forschende sich angesprochen fühlen – andererseits soll er Aufmerksamkeit für Wissenschaft bei sehr vielen verschiedenen Zielgruppen und Kanälen erzeugen. Manchmal hat er die Rolle, Wissenschaft kritisch zu beleuchten und ein „peer review des peer review“ zu leisten. Immer häufiger findet er sich in politisch oder gesellschaftlich sehr umstrittenen Themengebieten wieder. Und dann hat er noch eine Unterhaltungsaufgabe – oder er gibt Ratschläge, etwa zu Gesundheitsthemen. Wie wird Wissenschaftsjournalismus dieser Rollenvielfalt gerecht, und wie behauptet er sich in Zeiten von Journalismuskritik, Stellenkürzungen – und der Omnipräsenz generativer KI? Der Vortrag leuchtet den Facettenreichtum dieses Berufsfelds auf und reflektiert die veränderte Rolle als gesellschaftlicher und medialer Intermediär.
 
In welcher Beziehung stehen Wissenschaft und Gesellschaft? Wie nehmen gesellschaftliche Entwicklungen Einfluss auf die wissenschaftliche Forschung und wie wird wissenschaftliche Erkenntnis gesellschaftlich rezipiert und angewandt? Die Vorlesungsreihe mit unterschiedlichen KIT-internen und -externen Referierenden bietet einen Überblick über die Thematik, der sich in folgende Schwerpunkte gliedert: I. Das Wissenschaftssystem, II. Wissenschaft und Öffentlichkeit, III. Wissenschaft und Politik, IV. Wissenschaft und Wirtschaft, V. Wertediskurse.
 
 
Gäste zu Einzelterminen melden sich bitte per E-Mail an unter ringvorlesung@forum.kit.edu.
 
 
Foto: jbuinac / stock.adobe.com

Donnerstag, 18. Juni 2026
18:00 - 19:30 
Colloquium Fundamentale: Moral und Moralismus in öffentlichen Debatten: ein moralphilosophischer Blick (Nachholtermin)
Vortrag
Atrium im InformatiKOM, Geb. 50.19, KIT Campus Süd, Adenauerring 12
Prof. Dr. Christian Seidel, Department für Philosophie, Karlsruher Institut für Technologie

An gegenwärtigen öffentlichen Auseinandersetzungen wird immer wieder bemängelt, sie seien moralisiert. Kritisiert wird dabei, dass Diskussionen häufig weniger von der Suche nach differenzierten Argumenten geprägt seien als von dem Wunsch, sich moralisch korrekt zu positionieren. In Verruf sind Moralisierungen auch deshalb, weil sie als Mittel eingesetzt werden können, um andere Standpunkte zu diskreditieren und den offenen Austausch von Argumenten zu erschweren.
Zugleich sind Moralisierungen ein wichtiger Motor gesellschaftlichen Fortschritts. Ohne die Anprangerung von Ungerechtigkeit, Diskriminierung oder Machtmissbrauch wären zentrale Fortschritte – etwa im Kampf um das Frauenwahlrecht, die Abschaffung der Rassentrennung in den USA oder die Sensibilisierung für Machtmissbrauch in Abhängigkeitsverhältnissen – kaum denkbar.
 
Das Colloquium Fundamentale widmet sich im Sommersemester 2026 den Chancen und Risiken von Moralisierungen in öffentlichen Auseinandersetzungen und findet im Rahmen des BMFTR-geförderten Projektes MoWiKo (Moralisierungen in der Wissenschaftskommunikation – Ursachen, Formen und Wirkungen) statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie moralische Bewertungen öffentliche Debatten, die Redefreiheit und die Wissenschaftsfreiheit beeinflussen und unter welchen Bedingungen sie zu produktiver Kritik an Missständen oder zu einer problematischen Verengung des Diskurses werden.
 
Abstract
Einer verbreiteten Zeitdiagnose zufolge seien gesellschaftliche Diskussionen -- z.B. darüber, was man isst ("bio-vegan"), reist ("flugschamlos"), spricht ("genderneutral"), sich kleidet ("fair"), die Wohnung heizt ("Wärmepumpe") oder Geld investiert ("ethisch") -- in zunehmendem Maße moralisch aufgeladen, über Gebühr moralinsauer, eben durchweg moralistisch; und das sei schlecht, verfehlt, ein Missstand. Doch stimmt das? Um das herauszufinden, muss man zwei Fragen stellen, die in die Moralphilosophie fallen: (1) Was genau ist Moralismus überhaupt und (2) was ist eigentlich falsch (und richtig) daran? In diesem Vortrag möchte ich anhand dieser Fragen die Rolle der Moral und das Phänomen des Moralismus in öffentlichen Auseinandersetzungen aus der Perspektive der Moralphilosophie beleuchten. Damit lassen sich dann einige Vereinfachungen und Missverständnisse identifizieren, die der verbreiteten Zeitdiagnose manchmal zugrunde liegen.
 
Foto: © FORUM

Montag, 22. Juni 2026
14:00 - 15:30 
Ringvorlesung Wissenschaft in der Gesellschaft: Die Rationalität von Wissenschaft, Politik und Medien
Vortrag
Geb. 30.41 / Chemie-Hörsaal Nr. 2
KIT Campus Süd, Fritz-Haber-Weg 6 …
Prof. Dr. Senja Post, KIT, Studium Generale. Forum Wissenschaft und Gesellschaft (FORUM)

Wissenschaft stellt in modernen Gesellschaften eine bedeutsame Wissensressource dar, die zu gesellschaftlichen Problemdiagnosen und zur Entwicklung effektiver Lösungen beitragen kann. Doch wie kann und soll Wissenschaft in politisches Handeln einfließen? Die Antwort auf diese Frage liegt in einem Spannungsfeld, das sich aufspannt einerseits durch die Erwartung, dass Politik möglichst rational und effektiv sein sollte und andererseits durch die Tatsache, dass politisches Handeln nie nur auf Wissen, sondern immer auch auf Werturteilen beruht, die wissenschaftlich nicht begründet werden können. In dieser Sitzung behandeln wir dieses Spannungsfeld aus erkenntnistheoretischer und demokratietheoretischer Perspektive.
 
In welcher Beziehung stehen Wissenschaft und Gesellschaft? Wie nehmen gesellschaftliche Entwicklungen Einfluss auf die wissenschaftliche Forschung und wie wird wissenschaftliche Erkenntnis gesellschaftlich rezipiert und angewandt? Die Vorlesungsreihe mit unterschiedlichen KIT-internen und -externen Referierenden bietet einen Überblick über die Thematik, der sich in folgende Schwerpunkte gliedert: I. Das Wissenschaftssystem, II. Wissenschaft und Öffentlichkeit, III. Wissenschaft und Politik, IV. Wissenschaft und Wirtschaft, V. Wertediskurse.
 
 
Gäste zu Einzelterminen melden sich bitte per E-Mail an unter ringvorlesung@forum.kit.edu.
 
 
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Donnerstag, 25. Juni 2026
18:00 - 19:30 
Colloquium Fundamentale: Schaden Moralisierungen der Redefreiheit?
Vortrag
Atrium im InformatiKOM, Geb. 50.19, KIT Campus Süd, Adenauerring 12
Dr. Thomas Petersen, Institut für Demoskopie Allensbach

An gegenwärtigen öffentlichen Auseinandersetzungen wird immer wieder bemängelt, sie seien moralisiert. Kritisiert wird dabei, dass Diskussionen häufig weniger von der Suche nach differenzierten Argumenten geprägt seien als von dem Wunsch, sich moralisch korrekt zu positionieren. In Verruf sind Moralisierungen auch deshalb, weil sie als Mittel eingesetzt werden können, um andere Standpunkte zu diskreditieren und den offenen Austausch von Argumenten zu erschweren.
Zugleich sind Moralisierungen ein wichtiger Motor gesellschaftlichen Fortschritts. Ohne die Anprangerung von Ungerechtigkeit, Diskriminierung oder Machtmissbrauch wären zentrale Fortschritte – etwa im Kampf um das Frauenwahlrecht, die Abschaffung der Rassentrennung in den USA oder die Sensibilisierung für Machtmissbrauch in Abhängigkeitsverhältnissen – kaum denkbar.
 
Das Colloquium Fundamentale widmet sich im Sommersemester 2026 den Chancen und Risiken von Moralisierungen in öffentlichen Auseinandersetzungen und findet im Rahmen des BMFTR-geförderten Projektes MoWiKo (Moralisierungen in der Wissenschaftskommunikation – Ursachen, Formen und Wirkungen) statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie moralische Bewertungen öffentliche Debatten, die Redefreiheit und die Wissenschaftsfreiheit beeinflussen und unter welchen Bedingungen sie zu produktiver Kritik an Missständen oder zu einer problematischen Verengung des Diskurses werden.
 
Abstract
Seit einigen Jahren wird in der Öffentlichkeit intensiv diskutiert, inwieweit die Redefreiheit in Deutschland noch gesichert ist. Einer der Auslöser hierfür war ein Umfrageergebnis des Instituts für Demoskopie Allensbach aus dem Jahr 2021, wonach nur noch rund die Hälfte der Bevölkerung den Eindruck hat, man könne seine politische Meinung frei äußern. Gleichzeitig kann man immer wieder die Klage hören, es gebe eine zu starke Moralisierung in der öffentlichen Debatte. Der Vortrag wird erläutern, warum beides miteinander verknüpft ist. Er beschreibt auf der Grundlage der Repräsentativumfragen des Allensbacher Instituts, welche sozialpsychologischen Mechanismen den sozialen Druck erzeugen, der von vielen Bürgern beklagt wird. Er zeigt, welche Rolle dabei die Massenmedien spielen und warum ein gewisses Maß an sozialer Kontrolle der Preis ist, den man für eine freie Gesellschaft zahlen muss.
 
Foto: © FORUM

Montag, 29. Juni 2026
14:00 - 15:30 
Ringvorlesung Wissenschaft in der Gesellschaft: Mehr als ein Kulturkampf. Männliche Verbündete, Diversity als Aufreger und die alte Frage: Wer macht welchen Job? (online)
Vortrag
online
Dr. Mara Kastein, Frankfurt University of Applied Sciences, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte & Referentin für Chancengerechtigkeit in MINT

Der Vortrag verbindet historische und aktuelle Perspektiven auf Geschlecht, Arbeit und Technologie. Ausgehend von frühen männlichen Verbündeten im 19. und 20. Jahrhundert wird ein Bogen zu heutigen Debatten gespannt – etwa zur Empörungswelle bzw. Polarisierung über Diversity-Themen. Im Zentrum steht die Frage nach der geschlechtlichen Segregation des Arbeitsmarktes: Warum halten sich Frauen- und Männerberufe so hartnäckig? Welche Rolle spielen historische Auf- und Abwertungsprozesse sowie strukturelle und kulturelle Zwänge? Und inwiefern kann die Digitalisierung diese hartnäckigen Strukturen aufbrechen oder vertiefen? Der Vortrag lädt dazu ein, bekannte Muster zu hinterfragen und neue Perspektiven auf die Verteilung von Arbeit zu gewinnen.
 
In welcher Beziehung stehen Wissenschaft und Gesellschaft? Wie nehmen gesellschaftliche Entwicklungen Einfluss auf die wissenschaftliche Forschung und wie wird wissenschaftliche Erkenntnis gesellschaftlich rezipiert und angewandt? Die Vorlesungsreihe mit unterschiedlichen KIT-internen und -externen Referierenden bietet einen Überblick über die Thematik, der sich in folgende Schwerpunkte gliedert: I. Das Wissenschaftssystem, II. Wissenschaft und Öffentlichkeit, III. Wissenschaft und Politik, IV. Wissenschaft und Wirtschaft, V. Wertediskurse.
 
 
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Donnerstag, 02. Juli 2026
18:00 - 19:30 
Colloquium Fundamentale: Podiumsdiskussion: Meinungsfreiheit und Wissenschaftsfreiheit – über ein spannungsreiches Verhältnis
Vortrag
Atrium im InformatiKOM, Geb. 50.19, KIT Campus Süd, Adenauerring 12
Prof. Dr. Thomas Gutmann, Prof. Dr. Carsten Reinemann, Prof. Dr. Diana Rieger, Prof. Dr. Michael Schefczyk, Moderation: Prof. Dr. Senja Post

Die Digitalisierung der öffentlichen Kommunikation und das Aufkommen sozialer Medien haben eine paradoxe Entwicklung begünstigt: Zum einen haben sie die Meinungsäußerungsfreiheit erhöht, weil es allen Personen heute möglich ist, sich öffentlich sichtbar in digitalen Debatten zu engagieren, Nachrichten zu kommentieren, eigene Inhalte zu erstellen und über ihre Netzwerke zu verbreiten. Dies bietet Chancen, dass vernachlässigte Perspektiven sichtbar oder dass öffentlich verbreitete Irrtümer korrigiert werden.
Andererseits gibt es Hinweise, dass lautstark engagierte Nutzerinnen und Nutzer mit extremen Ansichten, emotionalen und reißerischen Kommunikationsweisen digitale Debattenräume dominieren und Personen mit moderaten, differenzierten oder korrigierenden Aussagen aus dem Diskurs verdrängen. Die erhöhte Meinungsäußerungsfreiheit der einen könnte so zu einer Einschränkung der Redebereitschaft der anderen führen und negative Auswirkungen auf unsere Möglichkeiten zu einem rationalen, vielfältigen und wissensbasierten Argumentaustausch haben.
In dieser Podiumsdiskussion beschäftigen wir uns mit dem Zusammenhang zwischen Meinungsäußerungsfreiheit und unseren Möglichkeiten zu Erkenntnisfortschritt in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. Dazu klären wir zunächst den Unterschied und die Gemeinsamkeiten zwischen Meinungsfreiheit und Wissenschaftsfreiheit und erörtern dann, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit einen offenen, rationalen und wissensbasierten Austausch in demokratischen Gesellschaften fördern können.
 
Die Diskussion findet statt im Rahmen der Veranstaltungsreihe Colloquium Fundamentale. Diese widmet sich im Sommersemester 2026 den Chancen und Risiken von Moralisierungen in öffentlichen Auseinandersetzungen und findet im Rahmen des BMFTR-geförderten Projektes MoWiKo (Moralisierungen in der Wissenschaftskommunikation – Ursachen, Formen und Wirkungen) statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie moralische Bewertungen öffentliche Debatten, die Redefreiheit und die Wissenschaftsfreiheit beeinflussen und unter welchen Bedingungen sie zu produktiver Kritik an Missständen oder zu einer problematischen Verengung des Diskurses werden.
 
Es diskutieren:
Prof. Dr. Thomas Gutmann, Rechtswissenschaftliche Fakultät an der Universität Münster Prof. Dr. Carsten Reinemann, Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) Prof. Dr. Diana Rieger, Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) Prof. Dr. Michael Schefczyk, Department für Philosophie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)  
Moderation:  Prof. Dr. Senja Post, Professorin für Wissenschaftskommunikation und wissenschaftliche Leiterin des Studium Generale. Forum Wissenschaft und Gesellschaft (FORUM), KIT
 
 
Foto: © FORUM

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